
Podcast Folge 71:
Mama mit 46 und 51 Jahren. Heidis außergewöhnliche Kinderwunschgeschichte.
Spätes Mutterglück und Kinderwunsch über 40 ist für viele Frauen mit ganz besonderen Fragen verbunden. Bin ich schon zu alt? Wie realistisch ist eine Schwangerschaft überhaupt noch?
Und selbst wenn es klappt:
Wie ist es, mit Mitte 40 oder sogar Anfang 50 noch einmal Mama eines kleinen Kindes zu werden?
Mein heutiger Podcast-Gast Heidi Turon kennt all diese Fragen nicht nur theoretisch. Heidi wurde miit 46 Jahren zum ersten Mal Mama. Ihr zweites Kind bekam sie mit fast 51 Jahren.
Doch ihre Geschichte ist keine Geschichte darüber, dass man nur fest genug daran glauben muss und dann wird schon alles gut. Ganz im Gegenteil. Sie erzählt von erfolglosen Kinderwunschbehandlungen, einer übersehenen Schilddürsenunterfunktion, einer Fehlgeburt, sehr viel eigener Recherche und Momenten, in denen Heidi Turon lernen musste, ihren Kinderwunsch stärker selbst in die Hand zu nehmen.
In dieser Folge erfährst du:
Heidi Turon ist 53 Jahre alt, in Wien geboren und hat nach ihrem Studium ihren ersten Job in Hamburg begonnen. Knapp 25 Jahre hat sie in Deutschland gelebt, den Großteil davon in Hamburg.
Beruflich war sie viele Jahre in der Luxusindustrie tätig. In unterschiedlichen internationalen und leitenden Positionen. Sie hat ihren Beruf immer sehr geliebt, gleichzeitig war ihr Arbeitsleben mit viel Verantwortung, Reisen und einem hohen Tempo geprägt. Auch deshalb stand die Familienplanung lange nicht im Mittelpunkt. Ihren Partner hat sie erst später kennengelernt und damit begann für Heidi Turon eine sehr persönliche und intensive Kinderwunschreise.
Heute lebt Heide Turon wieder in Wien und hat zwei Kinder, zwei und sechs Jahre alt. Auf ihrem eigenen Weg hat sie viel recherchiert, ausprobiert, hinterfragt und leider auch einige Rückschläge erlebt. Diese Erfahrungen haben in ihr den Wunsch geweckt, ihr Wissen mit anderen Frauen zu teilen und ihnen dabei zu helfen, sich im oft unübersichtlichen Thema Kinderwunsch besser zu orientieren.
Dafür bildet sie sich laufend und intensiv in den relevanten Bereichen weiter. Ihr ist wichtig, nicht nur aus ihrer persönlichen Erfahrung zu sprechen, sondern fundiertes Wissen mit ihrem eigenen Erfahrungen zu verbinden und Frauen dadurch Orientierung, Information und neue Perspektiven auf ihrem individuellen Weg zu geben.
Mehr über Heidi Turon findest du hier:
Du möchtest den Beitrag lieber unterwegs, beim Spazierengehen oder gemütlich auf dem Sofa hören?
In meiner Podcastfolge „Spätes Mutterglück: Wie der Kinderwunsch über 40 noch in Erfüllung gehen kann“ spreche ich mit Heidi Turon über ihre ganz persönliche Kinderwunschreise.
Sie erzählt offen von erfolglosen Kinderwunschbehandlungen, Rückschlägen und den Momenten, in denen sie selbst fast nicht mehr daran glauben konnte und davon, wie sie schließlich mit 46 und fast 51 Jahren Mama wurde. Eine außergewöhnliche Geschichte über Kinderwunsch über 40, Hoffnung und darüber, den eigenen Weg nicht vorschnell aufzugeben.
Klicke auf den Play-Button und höre dir die Podcast Folge jetzt an:
Folge 71: Spätes Mutterglück: Wie der Kinderwunsch über 40 noch in Erfüllung gehen kann (Interview mit Heidi Turon)
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Heidi Turon wusste eigentlich immer, dass sie irgendwann Kinder haben wollte. Doch viele Jahre spielte die Familienplanung in ihrem Leben keine große Rolle.
Sie war beruflich erfolgreich, arbeitete in internationalen Führungspositionen in der Luxusindustrie, war viel unterwegs und hatte lange nicht den Partner an ihrer Seite, mit dem sie eine Familie gründen wollte.
Erst Anfang 40 veränderte sich etwas.
Heidi Turon lernte ihren Partner kennen, der bereits drei Kinder aus einer früheren Beziehung hatte. Für sie war schnell klar: Ich möchte eigene Kinder.
Und natürlich war ihr bewusst, dass sie bereits über 40 war. Gleichzeitig ging sie zunächst erstaunlich unbeschwert an ihren Kinderwunsch heran.
Sie dachte: Das wird schon klappen.
Zunächst versuchten die beiden es auf natürlichem Weg. Als keine Schwangerschaft eintrat, wandten sie sich an eine renommierte Kinderwunschklinik in Hamburg.
Ihr Plan war damals ziemlich klar: drei Versuche.
Wenn es klappt, wunderbar. Wenn nicht, dann sollte es wohl nicht sein.
Doch diese drei Versuche sollten ihre Sicht auf ihren Kinderwunsch grundlegend verändern.
Rund eineinhalb Jahre später hatte Heidi Turon drei erfolglose ICSI-Behandlungen hinter sich. Sie war inzwischen ungefähr 44 beziehungsweise 45 Jahre alt.
Dann kam es zu einem Moment, den sie heute als Schlüsselerlebnis beschreibt.
Nach dem dritten Transfer war Heidi Turon wegen einer völlig anderen Untersuchung bei einem Arzt. Weil theoretisch eine Schwangerschaft möglich war, bat sie darum, nicht geröntgt zu werden. Der Arzt untersuchte ihre Blutwerte und stellte eine starke Schilddrüsenunterfunktion fest.
Für Heidi Turon war das ein Schock.
Denn natürlich waren auch in der Kinderwunschklinik Untersuchungen durchgeführt worden. Trotzdem war dieses Thema für sie nicht ausreichend behandelt worden.
Neben der emotionalen Belastung war inzwischen viel Zeit vergangen. Und auch finanziell hatten die Behandlungen einiges gekostet.
Aber genau dieser Tiefpunkt wurde gleichzeitig zum Wendepunkt.
Heidi Turon begann, Fragen zu stellen. Sie recherchierte selbst. Sie beschäftigte sich intensiver mit ihren Möglichkeiten und wollte nicht mehr ausschließlich darauf vertrauen, dass ein vorgegebenes Standardprotokoll automatisch der richtige Weg für sie sein würde.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl selbst.
Am Anfang des Kinderwunsches denkst du vielleicht noch: Ich gehe zu einer Ärztin oder in eine Kinderwunschklinik und dort wird man mir schon sagen, was zu tun ist.
Und irgendwann sitzt du abends da und recherchierst Blutwerte, Hormone, Untersuchungen, Behandlungsmöglichkeiten und Fachbegriffe, von denen du vor ein paar Monaten noch nie etwas gehört hast.
Im Interview mussten Heidi Turon und ich deshalb beide lachen: Ein längerer Kinderwunsch fühlt sich manchmal tatsächlich wie ein kleines Mini-Medizinstudium an.
Genau das hat Heidi Turon damals erlebt.
Sie recherchierte unterschiedliche Kliniken und Behandlungsmöglichkeiten und begann stärker darauf zu achten, was für ihre individuelle Situation sinnvoll sein könnte.
Heute sagt sie auch ganz offen, dass sie sich damals jemanden gewünscht hätte, der sie durch diese Zeit begleitet. Nicht nur wegen der vielen Informationen. Sondern auch, weil Kinderwunsch emotional unglaublich viel Kraft kosten kann.
Ich schaffe die bestmögliche Basis, die ich selbst beeinflussen kann.
Heidi Turon
Mit 44 oder 45 Jahren war Heidi Turon natürlich bewusst, dass Zeit eine Rolle spielte. Gleichzeitig wollte sie sich die Hoffnung nicht nehmen lassen.
Sie beschreibt im Interview einen Gedanken, der für mich sehr wichtig ist: Sie musste für sich entscheiden, ob sie einfach weiter darauf vertraut, dass irgendwann etwas passiert oder ob sie ihren eigenen Weg stärker in die Hand nimmt.
Sie entschied sich für Letzteres. Nicht, weil sie glaubte, dadurch eine Schwangerschaft garantieren zu können. Denn diese Garantie gibt es nicht. Sondern weil sie für sich das Gefühl haben wollte:
Ich schaffe die bestmögliche Basis, die ich selbst beeinflussen kann.
Genau darin liegt für mich ein großer Unterschied. Du kannst im Kinderwunsch nicht alles kontrollieren. Aber du bist ihm auch nicht vollkommen hilflos ausgeliefert.
Durch ihre Recherche fand Heidi Turon schließlich eine Kinderwunschklinik im Ausland, in der sie sich gut aufgehoben fühlte. Und bereits beim ersten Versuch dort wurde sie schwanger.
Nach all den Jahren und Rückschlägen konnte sie es zunächst kaum glauben. Im Interview merkt man noch heute, wie emotional dieser Moment für sie ist.
Ihre Schwangerschaft verlief unkompliziert. Heidi Turon arbeitete weiter. Etwas, das ihr persönlich sogar half, weil sie dadurch nicht ständig über die Schwangerschaft und mögliche Sorgen nachdachte.
Und dann hielt sie mit 46 Jahren ihren ersten Sohn im Arm. Ein Moment, den sie bis heute als unfassbar beschreibt.
Eigentlich hatte Heidi sich früher sogar vier Kinder gewünscht. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes wusste sie deshalb: Ganz abgeschlossen ist unsere Familienplanung noch nicht.
Aus der Kinderwunschbehandlung waren noch drei befruchtete Embryonen vorhanden. Beim ersten weiteren Versuch trat keine Schwangerschaft ein. Beim zweiten wurde Heidi schwanger, verlor dieses Kind jedoch durch eine Fehlgeburt.
Dann war noch ein Embryo übrig.
Kurz vor ihrem 50. Geburtstag stand Heidi damit noch einmal vor einer Entscheidung. Sie entschied sich für einen letzten Transfer. Und wurde wieder schwanger.
Kurz vor ihrem 51. Geburtstag wurde Heidi zum zweiten Mal Mama.
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So kommst du in deinen optimalen fruchtbaren Zustand, selbst mit 35+ und über 40.
Genau diese Frage wollte ich Heidi unbedingt stellen. Denn natürlich gibt es rund um eine späte Mutterschaft nicht nur medizinische Fragen.
Da sind auch die Gedanken:
Heidi Turon spricht darüber sehr offen.
Heute ist sie 53. Ihr älterer Sohn wurde gerade eingeschult, der jüngere geht in den Kindergarten. Und ja: Sie merkt, dass zwei kleine, sehr lebhafte Jungs körperlich und mental anstrengend sein können. Abends ist sie heute häufiger erschöpft als noch vor einigen Jahren.
Gleichzeitig erlebt sie ihr Alter aber auch als Vorteil.
Sie beschreibt sich als gelassener und sagt, dass sie bei vielen Dingen nicht sofort in Sorge gerät.
Und im Kindergarten oder in der Schule?
Dort fühlt sie sich selbst überhaupt nicht wie „die alte Mama“. Die anderen Mütter sind zwar zum Teil deutlich jünger. Aber sie haben Kinder im gleichen Alter, ähnliche Tagesabläufe und beschäftigen sich mit denselben Themen.
Stärker fällt Heidi Turon der Altersunterschied in ihrem eigenen Freundeskreis auf. Während ihre Kinder noch klein sind, studieren die Kinder mancher Freundinnen und Freunde bereits.
Natürlich gibt es trotzdem diese Momente.
Bei einem Flug fragte eine Stewardess Heidis Sohn einmal sinngemäß, ob seine Oma auch noch ein Glas Wasser möchte. Gemeint war Heidi. Nicht gerade der Satz, den man als Mama unbedingt hören möchte. 😅
Ihr Sohn korrigierte das Missverständnis jedoch sofort.
Und genau solche Situationen zeigen auch etwas Schönes: Für Kinder ist Mama eben Mama.
Heidi Turon selbst sagt heute, dass sie sich nicht als „alte Mutter“ wahrnimmt.
Im Interview habe ich Heidi Turon gefragt, was sie heute einer Frau sagen würde, die mit über 40 noch überlegt, ihren Kinderwunsch weiterzuverfolgen. Ihre Antwort finde ich besonders wichtig.
Sie würde Frauen raten, sich mit ihrer eigenen Situation auseinanderzusetzen und ehrlich hinzuschauen:
Denn genauso wenig, wie eine einzelne Erfolgsgeschichte beweist, dass es bei jeder Frau funktionieren wird, sollte eine Statistik allein darüber entscheiden, welchen Weg du für dich persönlich gehen möchtest.
Es gibt im Kinderwunsch keine Garantie. Auch Heidi Turons Geschichte ist keine Garantie. Aber sie zeigt, wie wichtig es sein kann, informiert zu sein, Fragen zu stellen und sich Unterstützung zu holen.
Heute geht Heidi Turons Geschichte sogar noch einen Schritt weiter.
Ihre Erfahrungen haben in ihr den Wunsch geweckt, künftig selbst Frauen mit Kinderwunsch über 40 zu begleiten. Dafür bildet sie sich intensiv weiter. Denn eines ist ihr wichtig: Ihre persönliche Geschichte allein reicht ihr nicht.
Sie möchte ihre eigenen Erfahrungen mit fundiertem Wissen verbinden und Frauen sowohl emotional als auch bei der Orientierung durch die vielen Möglichkeiten im Kinderwunsch unterstützen.
Ein Herzensprojekt, das wahrscheinlich gerade deshalb entstanden ist, weil Heidi Turon selbst weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sich auf diesem Weg jemanden an seiner Seite wünschen würde.
Wenn du mit Heidi in Kontakt treten möchtest, folge ihr gerne auf Instagram @heidis.kinderwunsch.
Ich habe alles getan,
was für mich möglich war.
Heidi Turon
Zum Abschluss unseres Gesprächs habe ich Heidi Turon eine letzte Frage gestellt:
Was bedeutet Hoffnung heute für dich?
Ihre Antwort bringt für mich unser gesamtes Gespräch wunderbar auf den Punkt.
Hoffnung bedeutet für sie nicht einfach nur abzuwarten und darauf zu vertrauen, dass schon irgendwie alles gut wird. Es bedeutet aber auch nicht, alles kontrollieren oder erzwingen zu wollen.
Es ist die Verbindung aus beidem:
Nicht aufgeben.
Nicht alles dem Zufall überlassen.
Das tun, was für einen selbst möglich ist.
Und gleichzeitig akzeptieren, dass es keine Garantie gibt.
Heute kann Heidi Turon auf ihren Weg zurückblicken und sagen:
Ich habe alles getan, was für mich möglich war. Und heute wirbeln zwei kleine Jungs durch ihr Leben.
Heidi Turons Geschichte ist außergewöhnlich. Und gleichzeitig möchte ich ganz bewusst vermeiden, daraus die Botschaft zu machen: „Schau, mit 50 geht doch alles noch.“
Darum geht es nicht.
Jede Frau bringt andere körperliche Voraussetzungen, eine andere Vorgeschichte und eine andere Kinderwunschreise mit. Aber vielleicht darf Heidi Turons Geschichte dich daran erinnern, dass du dich nicht auf eine Zahl reduzieren musst.
Informiere dich. Stelle Fragen. Schau genau hin. Hole dir Unterstützung, wenn du sie brauchst. Und vor allem: Finde heraus, welcher Weg sich für dich richtig anfühlt.
Denn Kinderwunsch über 40 bedeutet nicht, die Realität auszublenden. Es bedeutet, deine individuelle Realität zu kennen und auf dieser Basis deine eigenen Entscheidungen zu treffen.
Du kennst dieses Gefühl, das Heidi im Interview beschreibt:
Du recherchierst, liest, versuchst alles richtig zu machen und trotzdem weißt du irgendwann gar nicht mehr, was für dich persönlich eigentlich wichtig ist.
Genau da müssen wir nicht noch mehr Informationen oben draufpacken.
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In dieser Podcast Folge erfährst du, wie Heidi Turon ihren Kinderwunsch über 40 trotz Rückschlägen weiterverfolgt hat und schließlich mit 46 und fast 51 Jahren Mama wurde.
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Über Heidi Turon
Heidi Turon ist heute 53 Jahre alt. Sie ist in Wien geboren und hat fast 25 Jahre in Deutschland gelebt, den Großteil davon in Hamburg.
Heute lebt sie wieder in Wien und hat zwei Kinder, zwei und sechs Jahre alt.
Ihre Erfahrungen haben in ihr den Wunsch geweckt, ihr Wissen mit anderen Frauen zu teilen und ihnen dabei zu helfen, sich im oft unübersichtlichen Thema Kinderwunsch besser zu orientieren. Dafür bildet sich sich gerade intensiv in den relevanten Bereichen weiter.
Folge Heidi Turon gerne auf ihrem Instagram Account: heidis.kinderwunsch
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